Die Basler Fasnacht – Ein UNESCO-Weltkulturerbe

Der Winter gilt wohl als die gemeinhin unbeliebteste Jahreszeit. Kein Wunder – schliesslich ist er grau und kalt. Anders sieht es natürlich in Filmen oder in der Werbung aus, wo gerne wundervolle weisse Weihnachten präsentiert werden. Wenn dann die Realität vor dem Fenster anders aussieht, zieht einen das umso mehr runter. Schön wöre es also, diesen deprimierenden Zuständen irgendwie zu entfliehen. Zum Glück finden gerade jetzt weltweit grosse Karneval-Feiern statt – und eine der schönsten, grössten und besondersten im schweizerischen Basel!

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Der Winter gilt wohl als die gemeinhin unbeliebteste Jahreszeit. Kein Wunder – schliesslich ist er grau und kalt. Anders sieht es natürlich in Filmen oder in der Werbung aus, wo gerne wundervolle weisse Weihnachten präsentiert werden. Wenn dann die Realität vor dem Fenster anders aussieht, zieht einen das umso mehr runter. Schön wöre es also, diesen deprimierenden Zuständen irgendwie zu entfliehen. Zum Glück finden gerade jetzt weltweit grosse Karneval-Feiern statt – und eine der schönsten, grössten und besondersten im schweizerischen Basel!

Aber Achtung – auf keinen Fall sollte man am Rheinknie, wo die Schweiz, Frankreich und Deutschland aufeinandertreffen von Karneval oder Fasching sprechen! In Basel feiert man nämlich „Fasnacht” – oder im örtlichen Dialekt „Die drey scheenschte Dääg” (Die drei schönsten Tage). Inzwischen wird die Basler Fasnacht nicht nur von den Baslerinnen und Baslern gefeiert. Denn seit das UNESCO-Komitee die Basler Fasnacht 2017 zu einem Teil des immateriellen Weltkulturerbes erklärt hat, erobert sie auch die Herzen weltweit!

Das Fasnachtsgefühl macht sich schon einige Zeit vor den eigentlichen „Drey scheenschte dääg” breit. In den Kellern der Basler Altstadt machen sich schon Wochen und Monate vorher abends die Piccolo-Spieler (Flötenspieler) bemerkbar, die fleissig ihre Fasnachtsmärsche üben. Vor dem „Morgestraich” tauchen die sogenannten „Cliquen” dann auch auf den Gassen auf zum Üben auf. Glücklich schätzen kann sich also, wer in der Basler Altstadt wohnt, denn ein Sonntagsbraten in Begleitung eines Piccolo-Marsches ist eine echte Freude. „Die drey scheenschte Dääg” beginnen am Montag nach Aschermittwoch. Und das mitten in der Nacht – denn der „Morgestraich”, mit dem die Basler Fasnacht eingeleitet wird, findet – kein Scherz! – um vier Uhr morgens statt.

Eine Zeitreise

Wer schon mal in Basel war, hat mit Sicherheit die malerische Altstadt bewundert. Die mittelalterlichen Kirchen und Häuser der Altstadt lassen einen glauben, man sei hunderte Jahre in der Zeit zurückgereist.

Eines der ältesten Basler Gebäude ist die Kathedrale, deren Bau bereits im Jahre 1019 begann. Heute steht das Gotteshaus den Gläubigen aller Religionen offen und beherbergt sogar ein Café.

Wer auf dem Basler Marktplatz steht und nach Osten schaut, wird seinen schweifenden Blick ohne jeden Zweifel beim grossen roten Gebäude anhalten. Es handelt sich um eines der schönsten Rathäuser Europas! Die farbigen Dachziegel, die goldenen Kuppeln und die farbenfrohen Wandbemalungen verleihen ihm eine ganz besondere Aura.

Besonders beliebt ist bei Touristen auch der Tinguely-Brunnen, der eine permanente, sich bewegende Installation des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925-1991) ist und Motive der Basler Fasnacht zeigt.

Maskierte Massen

Wie gesagt, beginnt die Basler Fasnacht am Montagmorgen nach dem Aschermittwoch um Punkt vier Uhr morgens mit dem „Morgestraich”. Dabei werden sämtliche Lichter in der Innenstadt gelöscht und nach dem Kommando „Morgestraich, vorwärts, Märsch!” setzen sich die Cliquen mit Ihren Piccolos, Tambouren und Laternen in Bewegung. Wer einen möglichst guten Blick auf das Geschehen haben will, ergattert sich schon um drei Uhr die besten Plätze. Es kann jedoch nicht jeder einfach so an der Fasnacht teilnehmen. Die Cliquen (die Gruppierungen, die zusammen marschieren) sind oft bereits mehrere Jahrzehnte alt. Ursprünglich repräsentierten sie eine bestimmte Gruppe von Städtern: Zum Beispiel Handwerker oder bekannte und einflussreiche Basler Familien. Eine solche Clique muss sich vom sogenannten Fasnachtscomité, das die Fasnacht organisiert und verwaltet, registrieren lassen. Jede Clique tritt in einem thematisch einheitlich Outfit mit einer „Larve” (Maske) und einem „Gostyym” (Kostüm) auf. Auf Anonymität wird besonders viel Wert gelegt. Es gilt als verpönt, seine Identität während der Fasnacht preiszugeben. Die Cliquen präsentieren an der Fasnacht sogenannte „Ladäärne” (Laternen). Diese sind farbenfroh, können bis zu einige Meter hoch sein und nehmen mit ihren Bemalungen kritisch und satirisch das Geschehen in der Schweiz und weltweit auf.

Das Treiben am Morgestraich erinnert an ein lautes, farbenfrohes Labyrinth wenn die Cliquen durch die Gassen der Altstadt marschieren. Nach etwa einer Stunde werden die Massen dann etwas kleiner und die Fasnachtsmärsche der Cliquen leiser. Zu diesem Zeitpunkt öffnen die Restaurants und Cafés der Altstadt ihre Tore, um die hungrigen und durstigen Fasnächtler zu bewirten. Besonders gerne essen die Fasnächtler „Mählsuppe” (Mehlsuppe) und „Zibelewaihe” (Zwiebelwähe). Alle Basler Gastronomiebetriebe sind während der „Drei scheenschte Dääg” pausenlos geöffnet.

Die Basler Fasnacht ist die ideale Gelegenheit für einen Städtetrip mit der Familie. Aber Achtung: Es wird empfohlen, früh zu buchen, denn Hotels und Restaurants sind oft schon mehrere Monate im Voraus ausgebucht!

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